Ein ehemaliger Sony-Entwickler hat einen bislang unbekannten PlayStation-Prototyp vorgestellt, der selbst langjährige Fans überraschen dürfte. Das Projekt mit dem Codenamen PlayStation PUGA integrierte eine komplette PlayStation 1 in einen DualShock-Controller. Gedacht war das Gerät als Plug-and-Play-Konsole für den brasilianischen Markt, schaffte es jedoch nie in den Verkauf.
Eine komplette PlayStation im Controller
Vorgestellt wurde der Prototyp von Brian „Biscuit“ Watson, einem langjährigen Spieleentwickler, der unter anderem für Sony arbeitete. Bei einer Veranstaltung des Retro Collective zeigte er erstmals öffentlich das ungewöhnliche Gerät und erklärte dessen Hintergrund.
Äußerlich sieht die PlayStation PUGA wie ein gewöhnlicher DualShock-Controller der ersten PlayStation aus. Im Inneren befand sich jedoch die komplette Hardware einer PS1. Das Gerät konnte per Composite-Kabel direkt an einen Fernseher angeschlossen werden und wurde von vier AA-Batterien betrieben. Laut Watson lief der Prototyp rund 20 Stunden mit einem Batteriesatz.
Die Konsole sollte zehn vorinstallierte Spiele auf einer 4-GB-Speicherkarte enthalten und war speziell für Brasilien vorgesehen. Dort erschwerten hohe Importzölle den Verkauf klassischer Spielkonsolen, weshalb Sony eine lokal produzierte Alternative plante.

Warum das Projekt eingestellt wurde
Technisch funktionierte der Prototyp laut Watson überraschend gut. Das eigentliche Problem entstand jedoch bei den Lizenzvereinbarungen für die enthaltenen Spiele. Sowohl externe Publisher als auch interne Sony-Abteilungen konnten sich nicht auf die Lizenzgebühren einigen.
Besonders ungewöhnlich: Selbst bei Sony-eigenen Spielen mussten separate Geschäftsbereiche über die Tantiemen verhandeln. Da das Gerät sehr günstig verkauft werden sollte, hätten die Lizenzgebühren pro verkauftem Exemplar lediglich etwa zehn US-Cent betragen. Genau darüber kam es letztlich zu internen Konflikten, die das gesamte Projekt scheitern ließen.
Watson erklärte sogar, dass ihn das Scheitern der PlayStation PUGA so frustriert habe, dass er damals beinahe Sony verlassen hätte.
Moderne Technik für einen Retro-Prototyp
Obwohl das Gerät äußerlich wie ein klassischer PS1-Controller wirkt, basierte die interne Hardware auf einem TI OMAP 3530 SoC mit ARM-Prozessor. Damit emulierte die Konsole die ursprüngliche PlayStation-Hardware, anstatt sie direkt nachzubauen.
Der heute gezeigte Prototyp startet zwar noch in einen Debug-Modus, lässt sich jedoch nicht mehr vollständig verwenden, da die benötigte Entwicklungssoftware fehlt. Dennoch gilt das Gerät als einer der außergewöhnlichsten unveröffentlichten PlayStation-Prototypen überhaupt.

Ideen lebten später weiter
Ganz verloren war die Entwicklungsarbeit offenbar nicht. Laut Watson fanden Teile der Emulator-Technologie später ihren Weg in das Sony Xperia Play, das 2011 als Smartphone mit PlayStation-Funktionen erschien. Auch wenn die PlayStation PUGA niemals veröffentlicht wurde, beeinflusste das Projekt damit spätere Sony-Produkte.
Fazit
Die PlayStation PUGA zeigt, wie experimentierfreudig Sony bereits vor vielen Jahren war. Ein vollständiges PS1-System in einem DualShock-Controller hätte seiner Zeit weit voraus sein können. Letztlich scheiterte das Projekt jedoch nicht an der Technik, sondern an Lizenz- und Geschäftsfragen – und blieb damit eines der spannendsten Kapitel der PlayStation-Geschichte.

Häufige Fragen
Was war die PlayStation PUGA?
Ein nie veröffentlichter Sony-Prototyp, der eine komplette PlayStation 1 in einem DualShock-Controller integrierte.
Für welchen Markt war das Gerät gedacht?
Die PlayStation PUGA wurde speziell für Brasilien entwickelt, um dortige Importbeschränkungen zu umgehen.
Warum erschien die Konsole nie?
Interne und externe Streitigkeiten über Lizenzgebühren verhinderten die Veröffentlichung.
Existiert der Prototyp heute noch?
Ja. Brian Watson besitzt den Prototyp weiterhin und präsentierte ihn öffentlich, auch wenn er heute nicht mehr vollständig funktionsfähig ist.
Hervorgehobenes Snippet
Die PlayStation PUGA war ein nie veröffentlichter Sony-Prototyp, der eine komplette PlayStation 1 in einen DualShock-Controller integrierte. Das Gerät wurde für Brasilien entwickelt, scheiterte jedoch an Lizenzstreitigkeiten über die enthaltenen Spiele.
Kommentar der Redaktion
Die Geschichte der PlayStation PUGA zeigt eindrucksvoll, dass viele innovative Hardware-Ideen nicht an technischen Grenzen scheitern. Oft sind wirtschaftliche Entscheidungen, Lizenzfragen oder interne Abstimmungen der entscheidende Faktor.
Aus heutiger Sicht wirkt das Konzept erstaunlich modern. Plug-and-Play-Systeme, Mini-Konsolen und tragbare Emulatoren erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Sony hatte eine ähnliche Idee offenbar bereits viele Jahre früher entwickelt.
Gerade deshalb gehört die PlayStation PUGA zu den spannendsten nie veröffentlichten Projekten der Unternehmensgeschichte.







