NVIDIA RTX 5000 GPUs lassen sich mit der neuen Version 1.65 von HWMonitor wieder genauer auf mögliche Temperaturprobleme untersuchen. Das bekannte Diagnoseprogramm zeigt nun erneut die sogenannte Hotspot-Temperatur der Blackwell-Grafikkarten an. Dieser Wert kann entscheidend sein, wenn eine Grafikkarte trotz scheinbar normaler Durchschnittstemperatur ihre Leistung reduziert. Unklar bleibt allerdings, ob NVIDIA den Zugriff auf die Sensoren offiziell wieder freigegeben hat oder ob Entwickler CPUID eine eigene technische Lösung gefunden hat.
Was ändert sich für NVIDIA RTX 5000 GPUs?
Mit dem Marktstart der Blackwell-Generation verschwand die Hotspot-Anzeige aus vielen Überwachungsprogrammen. Die entsprechenden Sensoren waren offenbar weiterhin auf den Grafikkarten vorhanden, konnten von öffentlichen Tools jedoch nicht mehr ausgelesen werden. Dadurch fehlte Nutzern ein wichtiger Wert für die Beurteilung des Kühlsystems.
Die Veröffentlichung von HWMonitor 1.65 ändert diese Situation nun zumindest für dieses Programm. In den Versionshinweisen nennt CPUID ausdrücklich die Unterstützung für die Hotspot-Temperatur von NVIDIA RTX 50x0-Grafikkarten. Zusätzlich bringt die neue Version eine vorläufige Unterstützung für die Lisuan-7G100-GPU mit.
Warum der Zugriff plötzlich wieder möglich ist, wird in den Release Notes nicht erklärt. Denkbar ist, dass NVIDIA eine zuvor blockierte Schnittstelle erneut freigegeben hat. Ebenso möglich wäre, dass CPUID einen alternativen Weg gefunden hat, die vorhandenen Sensordaten auszulesen.
Warum die Hotspot-Temperatur so wichtig ist
Die gewöhnliche GPU-Temperatur bildet einen Durchschnittswert über größere Bereiche des Grafikchips. Die Hotspot-Temperatur zeigt dagegen den heißesten gemessenen Punkt auf dem Chip. Zwischen beiden Werten kann ein deutlicher Unterschied liegen, ohne dass dies automatisch auf einen Defekt hinweist.
Problematisch wird es, wenn die Differenz ungewöhnlich groß ausfällt. Eine Grafikkarte kann beispielsweise eine unauffällige Durchschnittstemperatur anzeigen, während ein einzelner Bereich des Chips deutlich heißer wird. Ursache kann ein ungleichmäßiger Kontakt zwischen Kühler und Grafikprozessor, eine fehlerhafte Wärmeleitpaste oder ein Problem mit dem Kühlsystem sein.
Erreicht dieser lokale Hotspot eine kritische Temperatur, kann die Grafikkarte ihren Takt reduzieren. Nutzer bemerken dann möglicherweise geringere Leistung, obwohl die normale GPU-Temperatur weiterhin unauffällig aussieht. Ohne Hotspot-Anzeige lässt sich ein solcher Fehler wesentlich schwieriger erkennen.
- Durchschnittstemperatur: Zeigt die allgemeine thermische Belastung der GPU.
- Hotspot-Temperatur: Erfasst den heißesten Bereich des Grafikchips.
- Große Differenz: Kann auf schlechten Kühlerkontakt oder andere Kühlungsprobleme hindeuten.
- Mögliche Folge: Zu hohe lokale Temperaturen können zur Taktreduzierung führen.
Erster Test mit einer wassergekühlten RTX 5090
Ein deutscher Übertakter hat die neue Funktion bereits mit einer wassergekühlten RTX 5090 ausprobiert. Nach ungefähr einer Minute in einer wiederholten 3DMark11-Belastung zeigte HWMonitor eine reguläre GPU-Temperatur von 51 Grad Celsius an. Der höchste Hotspot-Wert lag bei 68 Grad Celsius.
Die Differenz von 17 Grad gilt in diesem Beispiel als unauffällig. Bei einer Grafikkarte mit fehlerhaftem Kühlerkontakt könnte der Abstand jedoch wesentlich größer ausfallen. In problematischen Fällen kann der Hotspot deutlich stärker steigen und damit die Leistung der Grafikkarte begrenzen.
Ein einzelner Messwert reicht allerdings nicht für eine vollständige Diagnose. Nutzer sollten Temperaturen über einen längeren Zeitraum beobachten und unterschiedliche Lastszenarien testen. Auch Raumtemperatur, Lüfterkurve, Gehäusebelüftung und Kühldesign beeinflussen die Ergebnisse.

HWMonitor erleichtert die Fehlersuche
Für Besitzer von NVIDIA RTX 5000 GPUs ist die Rückkehr der Anzeige vor allem bei unerklärlichen Leistungsproblemen hilfreich. Zeigt eine Grafikkarte niedrigere Taktraten als erwartet, obwohl die durchschnittliche Temperatur normal wirkt, kann der Hotspot-Wert zusätzliche Hinweise liefern.
Die Funktion ist außerdem nützlich nach dem Austausch von Wärmeleitpaste, Wärmeleitpads oder Kühlsystemen. Durch den Vergleich der Temperaturdifferenz vor und nach einer Änderung lässt sich besser beurteilen, ob der Kühler gleichmäßig aufliegt.
HWMonitor bleibt dabei ein reines Überwachungswerkzeug. Das Programm behebt keine Kühlungsprobleme automatisch, sondern stellt die benötigten Werte bereit. Änderungen am Kühler sollten nur von erfahrenen Nutzern vorgenommen werden, da der Ausbau bei vielen Grafikkarten die Garantie beeinflussen kann.
Offen bleibt die Rolle von NVIDIA
Die größte offene Frage betrifft weiterhin NVIDIA. Das Unternehmen hatte den öffentlichen Zugriff auf die Hotspot-Werte zum Start der Blackwell-Generation offenbar eingeschränkt. Weshalb diese Entscheidung getroffen wurde, wurde nicht ausführlich erklärt.
Ebenso wenig ist bekannt, ob andere Programme wie GPU-Z oder HWiNFO künftig ebenfalls wieder auf die Sensoren zugreifen können. Sollte NVIDIA die Schnittstelle offiziell geöffnet haben, dürften weitere Diagnoseprogramme folgen. Handelt es sich dagegen um eine spezielle Lösung von CPUID, könnte die Funktion vorerst auf HWMonitor beschränkt bleiben.
Fazit
HWMonitor 1.65 bringt eine wichtige Diagnosefunktion für NVIDIA RTX 5000 GPUs zurück. Die Hotspot-Anzeige hilft dabei, lokale Temperaturprobleme zu erkennen, die über den normalen GPU-Wert verborgen bleiben können. Besonders bei unerklärlichem Leistungsverlust oder ungewöhnlich hohen Temperaturdifferenzen liefert der zusätzliche Sensorwert wertvolle Hinweise. Offen bleibt nur, ob NVIDIA den Zugriff selbst ermöglicht hat oder CPUID eine eigene Umgehung entwickelt hat.
Häufige Fragen
Welche HWMonitor-Version unterstützt RTX-5000-Hotspots?
Die Hotspot-Anzeige für NVIDIA RTX 50x0-Grafikkarten ist ab HWMonitor Version 1.65 verfügbar.
Warum ist die Hotspot-Temperatur wichtiger als der normale GPU-Wert?
Sie zeigt den heißesten Bereich des Chips und kann lokale Kühlungsprobleme sichtbar machen, die im Durchschnittswert nicht auffallen.
Hat NVIDIA den Sensorzugriff offiziell wieder aktiviert?
Das ist derzeit nicht bekannt. CPUID erklärt in den Versionshinweisen nicht, wie der Zugriff ermöglicht wurde.
Welche Werte wurden bei einer RTX 5090 gemessen?
Bei einem Test wurden 51 Grad Celsius GPU-Temperatur und maximal 68 Grad Celsius Hotspot-Temperatur gemeldet.
Hervorgehobenes Snippet
NVIDIA RTX 5000 GPUs zeigen mit HWMonitor 1.65 wieder Hotspot-Temperaturen an. Dadurch lassen sich Kühlungsprobleme und ungewöhnliche Temperaturdifferenzen leichter diagnostizieren.
Kommentar der Redaktion
Die Rückkehr der Hotspot-Anzeige ist eine kleine, aber ausgesprochen nützliche Verbesserung. Gerade bei teuren High-End-Grafikkarten sollten Nutzer möglichst viele Informationen erhalten, um Leistungsprobleme nachvollziehen zu können.
Unverständlich bleibt, weshalb der Zugriff mit dem Start der Blackwell-Generation überhaupt eingeschränkt wurde. Ein sichtbarer Sensorwert schadet der Hardware nicht, sondern hilft Besitzern und Technikern bei der Diagnose.
Entscheidend wird nun sein, ob weitere Überwachungsprogramme nachziehen. Eine breitere Unterstützung würde die Fehlersuche vereinfachen und zugleich zeigen, ob es sich um eine offizielle Freigabe oder lediglich um eine spezielle HWMonitor-Lösung handelt.
Quellen
- TweakTown – Hotspot-Anzeige für NVIDIA RTX 5000
- CPUID – HWMonitor
- VideoCardz – HWMonitor 1.65 und RTX-50-Hotspots







