Hisense bereitet offenbar die Rückkehr seiner ungewöhnlichen E-Ink-Smartphones vor. Nach dem Hisense A9, das 2022 mit einem elektronischen Papierdisplay erschien, soll nun ein echter Nachfolger namens Hisense A10 in Arbeit sein. Erste Teaser und Berichte sprechen von einem größeren 7-Zoll-Carta-1300-E-Ink-Display, 300 PPI, 6 GB RAM, 128 GB Speicher und einem 4.500-mAh-Akku. Gleichzeitig sollten die Angaben noch vorsichtig betrachtet werden, denn Hisense selbst hat bisher nur wenig offiziell bestätigt. Besonders einige technische Details wirken noch widersprüchlich.
Was ist passiert?
Hisense hat ein neues E-Ink-Smartphone angeteasert, das voraussichtlich als Hisense A10 erscheinen wird.
Notebookcheck berichtet, dass das neue Modell als Nachfolger des Hisense A9 gehandelt wird. Der A9 war ein Android-Smartphone mit monochromem E-Ink-Display und richtete sich vor allem an Nutzer, die viel lesen, weniger Ablenkung wollen oder ein augenschonenderes Display bevorzugen. Drei Jahre später scheint Hisense diese Idee mit dem A10 wieder aufzugreifen.
Das wichtigste Upgrade wäre der Bildschirm. Statt des 6,1-Zoll-Carta-1200-Panels des Hisense A9 soll der A10 ein 7 Zoll großes Carta-1300-E-Ink-Display mit 300 PPI erhalten. Carta 1300 gilt als modernere E-Ink-Generation mit besserem Kontrast und schnellerer Reaktion als frühere Panels. Für ein Smartphone wäre das vor allem beim Lesen, bei Notizen, beim Surfen in textlastigen Apps und bei sehr langer Akkulaufzeit interessant.
Good e-Reader nennt zusätzlich 6 GB RAM, 128 GB Speicher, Dual-SIM, 5G, Bluetooth 5.1, eine 4K-fähige Kamera mit HDR und einen 4.500-mAh-Akku. Das wäre gegenüber dem A9 mit 4.000 mAh ein sinnvoller Schritt nach oben. Allerdings ist noch unklar, welche dieser Angaben tatsächlich aus offiziellen Hisense-Quellen stammen und welche aus frühen Leaks oder Händlerlisten abgeleitet wurden.

Warum die Spezifikationen noch Fragen aufwerfen
Einige technische Angaben zum Hisense A10 passen bisher nicht ganz zusammen.
Besonders der gemeldete Prozessor sorgt für Stirnrunzeln. Laut Notebookcheck soll in einigen Berichten von einem nicht näher benannten Quad-Core-Chip mit Cortex-A35-Kernen die Rede sein. Das wäre deutlich schwächer als der Snapdragon 662 im Hisense A9, der auf acht CPU-Kerne setzt. Für einen echten Nachfolger wäre ein solcher Rückschritt schwer nachvollziehbar, besonders wenn gleichzeitig 5G-Unterstützung und moderne Smartphone-Funktionen genannt werden.
- Modell: Hisense A10
- Display: angeblich 7 Zoll E Ink Carta 1300
- Pixeldichte: 300 PPI
- Speicher: angeblich 6 GB RAM und 128 GB interner Speicher
- Akku: angeblich 4.500 mAh
- Konnektivität: Berichte nennen Dual-SIM, 5G und Bluetooth 5.1
- Status: angeteasert, aber noch nicht vollständig offiziell vorgestellt
Genau deshalb ist Vorsicht angebracht. Es ist gut möglich, dass einzelne Daten falsch übernommen wurden oder sich auf ein anderes Modell beziehen. Ein Cortex-A35-Quad-Core-Prozessor würde zwar für einfache Lese- und Kommunikationsaufgaben reichen, wäre aber für ein modernes Android-Gerät mit 5G und größerem Display kaum überzeugend.
Auch beim Betriebssystem gibt es noch keine klare Information. Beim A9 war Android ein wichtiges Argument, weil Nutzer dadurch Apps installieren konnten. Für den A10 wäre entscheidend, ob Hisense eine aktuelle Android-Version nutzt und wie offen das System für westliche Nutzer ist. Frühere Hisense-E-Ink-Geräte waren oft stark auf den chinesischen Markt zugeschnitten.

Für wen ein E-Ink-Smartphone Sinn ergibt
Das Hisense A10 wäre kein klassisches Smartphone für alle, sondern ein Nischengerät für Leser und Minimalisten.
E-Ink-Displays haben große Vorteile: Sie sind bei Text sehr angenehm, verbrauchen wenig Strom und wirken weniger ermüdend als klassische OLED- oder LCD-Panels. Wer viel liest, Nachrichten verfolgt, E-Books nutzt oder ein Smartphone mit weniger visueller Reizüberflutung sucht, könnte so ein Gerät spannend finden.
Die Nachteile bleiben aber deutlich. E-Ink ist langsamer, weniger geeignet für Videos, Animationen, Spiele oder schnelle App-Wechsel. Selbst moderne Panels wie Carta 1300 können nicht mit normalen Smartphone-Displays mithalten, wenn es um Bildwiederholrate, Farben oder Medienkonsum geht. Das A10 wäre also eher ein digitales Lesegerät mit Smartphone-Funktionen als ein vollwertiger Ersatz für ein iPhone oder Galaxy-Gerät.
Genau darin liegt aber auch der Reiz. Während viele Smartphones immer größer, heller und ablenkender werden, bietet Hisense eine bewusst andere Richtung. Ein E-Ink-Handy kann helfen, Bildschirmzeit zu reduzieren, konzentrierter zu lesen und trotzdem erreichbar zu bleiben.
Abnehmbares Farbdisplay Verändert das Gesamte Konzept
Inzwischen hat Hisense die ungewöhnlichste Funktion des A10 näher gezeigt. Das Smartphone besitzt auf der Vorderseite ein 6,13 Zoll großes monochromes E-Paper-Display. Auf der Rückseite kann zusätzlich ein separates Farbdisplay magnetisch befestigt werden. Damit verfolgt das Gerät ein deutlich anderes Konzept als zunächst vermutet.
Das E-Paper-Panel bleibt für E-Books, Nachrichten, Dokumente und textbasierte Apps vorgesehen. Werden Fotos, Videos, Karten oder andere farbige Inhalte benötigt, kann das zusätzliche LCD-Modul angebracht werden. Nutzer sollen dadurch nicht dauerhaft den höheren Energieverbrauch eines klassischen Displays in Kauf nehmen müssen.
Die magnetische Rückseite dient offenbar nicht ausschließlich zur Befestigung des Zusatzbildschirms. Hisense hat auch Unterstützung für magnetisches kabelloses Laden bestätigt. Noch offen ist, ob das Farbdisplay zum regulären Lieferumfang gehört oder separat gekauft werden muss. Gerade dieser Punkt dürfte den tatsächlichen Preis und den praktischen Nutzen des Gesamtkonzepts stark beeinflussen.
Neue Angaben Korrigieren Frühere Prozessorgerüchte
Die ersten Berichte über einen einfachen Quad-Core-Prozessor mit Cortex-A35-Kernen scheinen nicht mehr zum inzwischen gezeigten Gerät zu passen. Hisense nennt einen modernen, im 4-nm-Verfahren gefertigten Qualcomm-Chip mit acht Prozessorkernen. Neuere Informationen bringen das Smartphone mit der QCM6690-Plattform aus Qualcomms Dragonwing-Reihe in Verbindung.
Damit dürfte das Hisense A10 deutlich leistungsfähiger ausfallen, als die ersten Leaks vermuten ließen. Die Plattform unterstützt 5G und sollte für Kommunikation, Lesen, Navigation, Webanwendungen und normales Android-Multitasking ausreichen. Für aufwendige Spiele oder intensive Videobearbeitung bleibt das Smartphone wegen des langsamen E-Paper-Hauptdisplays dennoch nur eingeschränkt geeignet.
Hisense hat außerdem Android 16, NFC und einen Infrarotsender bestätigt. Das Gerät kann damit unter anderem für kontaktlose Funktionen und als Fernbedienung für kompatible Haushaltsgeräte verwendet werden. Ob westliche Versionen vollständigen Zugriff auf Google Play und alle benötigten Mobilfunkfrequenzen erhalten, ist weiterhin nicht bekannt.
Internationaler Verkaufsstart bleibt weiterhin offen
Hisense hat den A10 bisher hauptsächlich für den chinesischen Markt präsentiert. Ein konkreter internationaler Veröffentlichungstermin wurde noch nicht genannt. Damit bleibt offen, ob das Smartphone regulär in Deutschland oder anderen europäischen Ländern angeboten wird.
Ein Import wäre grundsätzlich denkbar, kann jedoch mehrere Nachteile mit sich bringen. Dazu gehören fehlende Mobilfunkfrequenzen, eingeschränkte Google-Dienste, eine nicht vollständig übersetzte Benutzeroberfläche und schwierigere Garantieabwicklung. Interessenten sollten deshalb vor einer Bestellung genau prüfen, welche Softwareversion und Netzunterstützung das jeweilige Modell bietet.
Auch der endgültige Preis wurde noch nicht zuverlässig bestätigt. Erste Schätzungen bewegen sich im Bereich eines gehobenen Mittelklasse-Smartphones, doch ein separat verkauftes Farbdisplay könnte die Gesamtkosten erhöhen. Für den Erfolg des A10 wird daher entscheidend sein, ob Hisense das modulare Konzept zu einem konkurrenzfähigen Paketpreis anbietet.

Häufige Fragen (FAQ)
Welches Display besitzt das Hisense A10?
Das Hisense A10 verwendet nach den neuesten Angaben ein 6,13 Zoll großes monochromes E-Paper-Display. Die zuvor genannten 7 Zoll gelten nach der ausführlicheren Präsentation nicht mehr als aktuell.
Was ist das abnehmbare Farbdisplay des Hisense A10?
Auf der Rückseite des Smartphones kann ein separates LCD-Modul magnetisch befestigt werden. Es soll farbige Inhalte wie Fotos, Videos, Karten und gewöhnliche Android-Apps besser darstellen als das E-Paper-Hauptdisplay.
Welchen Prozessor verwendet das Hisense A10?
Hisense bestätigt einen Qualcomm-Chip mit acht Kernen und 4-nm-Fertigung. Neuere Angaben nennen die QCM6690-Plattform aus der Dragonwing-Reihe. Der zuvor gemeldete Cortex-A35-Quad-Core-Chip dürfte auf fehlerhaften oder veralteten Informationen beruhen.
Mit welchem Betriebssystem erscheint das Hisense A10?
Das Smartphone soll mit Android 16 ausgeliefert werden. Ob eine internationale Version mit vollständigem Google-Play-Zugang erscheint, ist bisher nicht bestätigt.
Kommt das Hisense A10 nach Deutschland?
Ein offizieller Marktstart in Deutschland oder Europa wurde bislang nicht angekündigt. Interessenten sollten vor einem möglichen Import die Mobilfunkfrequenzen, Google-Dienste, Systemsprache und Garantiebedingungen prüfen.







