Fitbit verschwindet jetzt schneller, als viele Nutzer erwartet haben. Nach monatelangen Gerüchten startet Google offiziell den großen Umbau seiner Fitness- und Gesundheitsplattform – und daraus wird deutlich mehr als nur ein neues Logo.
Mit Google Health 5.0 beginnt praktisch eine neue Ära für Android-Nutzer. Die App bekommt nicht nur ein komplett neues Design, sondern verändert auch, wie Gesundheitsdaten auf Smartphones, Pixel Watches und Wearables genutzt werden.
Kurz gesagt: Google rollt aktuell das Google Health 5.0 Update aus und ersetzt damit die bisherige Fitbit-App schrittweise durch „Google Health“. Neu sind unter anderem anpassbare Android-Widgets, eine modernisierte Oberfläche, schnellere Navigation und eine deutlich tiefere Integration ins Android-Ökosystem.
Das neue Google-Health-Widget ist die wichtigste Änderung
Die auffälligste Neuerung ist das komplett überarbeitete Android-Widget. Das bisherige kreisförmige Fitbit-Schritte-Widget wird entfernt und durch ein deutlich größeres „Quick Access Widget“ ersetzt.
Dieses neue Google-Health-Widget zeigt nicht mehr nur einzelne Schritte an, sondern mehrere Gesundheitsdaten gleichzeitig direkt auf dem Homescreen. Dazu gehören unter anderem:
- Schritte
- Cardio-Ziele
- Aktivitätswerte
- Schlafdaten
- personalisierte Gesundheitsmetriken
Spannend wird die Änderung vor allem für Android-Nutzer: Google macht Gesundheitsdaten damit deutlich sichtbarer im Alltag. Statt ständig die Fitbit-App zu öffnen, landen die wichtigsten Werte permanent auf dem Startbildschirm.
Gerade auf Pixel-Geräten wirkt das wie der nächste Schritt Richtung vollständiger Android-Integration.
Google Health 5.0 wirkt deutlich moderner als Fitbit
Das neue Widget basiert standardmäßig auf einem 5x3-Layout, kann aber individuell angepasst werden. Nutzer können einzelne Elemente entfernen, Größen verändern oder bestimmte Gesundheitsbereiche priorisieren.
Genau hier dürfte Google einen klaren Vorteil sehen. Fitbit galt zwar lange als zuverlässig, wirkte optisch aber zunehmend altmodisch gegenüber Apple Health oder Samsungs Health-Plattform.
Mit Google Health 5.0 orientiert sich Google jetzt sichtbar stärker am modernen Material-Design von Android 17 und Wear OS 7.
Das könnte langfristig wichtiger werden, als es zunächst aussieht.
Denn Google baut damit offenbar ein eigenes zentrales Gesundheits-Ökosystem auf – ähnlich wie Apple es seit Jahren mit Apple Health macht.

Wird Fitbit jetzt komplett verschwinden?
Nicht ganz.
Aktuell entfernt Google hauptsächlich das Fitbit-Branding aus der Software. Die Hardware-Marke bleibt vorerst bestehen. Geräte wie das neue Fitbit Air sollen weiterhin unter dem Fitbit-Namen verkauft werden.
Was das für Nutzer bedeutet: Bestehende Fitbit-Daten gehen laut Google nicht verloren. Die Umstellung erfolgt automatisch über ein Update der bisherigen Fitbit-App. Nutzer müssen ihre Gesundheitsdaten nicht manuell übertragen.
Allerdings zeigt sich schon jetzt ein Problem: Viele klassische Fitbit-Funktionen verschwinden nach und nach.
Berichten zufolge entfernt Google unter anderem einige Community-Funktionen, alte Schlafprofile und bestimmte soziale Features der Fitbit-Plattform.
Genau das könnte langjährige Fitbit-Fans enttäuschen.
Google setzt jetzt massiv auf KI-Gesundheit
Ein zentraler Bestandteil von Google Health ist der neue „Health Coach“. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten Assistenten auf Basis von Gemini AI.
Die Idee dahinter:
Die App soll künftig nicht mehr nur Daten sammeln, sondern aktiv Empfehlungen geben. Dazu zählen beispielsweise:
- Trainingsvorschläge
- Schlafanalysen
- Gesundheitsbewertungen
- Ernährungs-Tipps
- individuelle Fitnessziele
Der entscheidende Punkt: Google verfolgt hier offenbar dieselbe Strategie wie bereits bei Google One oder Gemini AI – weg von einzelnen Apps, hin zu einem zentralen Abo-Ökosystem.
Denn viele KI-Funktionen landen hinter „Google Health Premium“, das Fitbit Premium ersetzt.
Die neue Oberfläche ist noch nicht komplett fertig
Trotz aller Neuerungen wirkt Google Health 5.0 aktuell noch nicht vollständig ausgereift.
Die neue Oberfläche befindet sich innerhalb der bisherigen Fitbit-App weiterhin teilweise in einer öffentlichen Vorschau. Nutzer können aktuell noch zwischen alter Fitbit-Oberfläche und neuer Google-Health-Ansicht wechseln. Teilweise erinnert das Ganze noch eher an einen Beta-Test als an einen finalen Release.
Das zeigt sich auch bei ersten Problemen im Wearable-Bereich. Einige Pixel-Watch-Nutzer berichten derzeit erneut über Fehler beim Schlaftracking.
Noch ist unklar, ob die Probleme direkt mit der neuen Google-Health-Umstellung zusammenhängen.
Rollout von Google Health 5.0 läuft bereits
Der globale Rollout von Google Health 5.0 begann offiziell am 19. Mai 2026. Die Verteilung erfolgt schrittweise über den Google Play Store auf Android-Geräten.
Bis Ende Mai dürften deutlich mehr Nutzer Zugriff auf die neue Oberfläche und die neuen Google-Health-Widgets erhalten.
Wer die neue Benutzeroberfläche sofort testen möchte, muss derzeit teilweise noch der öffentlichen Vorschau innerhalb der Fitbit-App beitreten.
Für wen lohnt sich Google Health 5.0?
Vorteile
- modernere Benutzeroberfläche
- bessere Android-Integration
- flexible Gesundheits-Widgets
- mehr Daten direkt auf dem Homescreen
- KI-gestützte Gesundheitsfunktionen
Nachteile
- Fitbit verliert seine eigene Identität
- einige bekannte Funktionen verschwinden
- neue Oberfläche wirkt teilweise unfertig
- stärkere Abhängigkeit vom Google-Ökosystem
Fazit: Google macht aus Fitbit endgültig ein KI-Produkt
Google Health 5.0 ist vermutlich die größte Veränderung seit der Übernahme von Fitbit durch Google. Die neue Plattform wirkt moderner, intelligenter und deutlich stärker mit Android verzahnt.
Gleichzeitig verliert Fitbit damit aber genau das, was viele Nutzer ursprünglich mochten: eine eigenständige Fitness-Marke mit klarer Identität.
Technisch ist Google Health ohne Frage ein Upgrade. Emotional dürfte die Umstellung für viele Fitbit-Fans allerdings deutlich schwieriger werden.
Und genau darin liegt das eigentliche Risiko für Google.







