Microsoft arbeitet offenbar an einer neuen Funktion für Copilot, die Nutzern dabei helfen soll, Leistungsprobleme ihres Windows-PCs schneller zu erkennen. Statt sich durch den Task-Manager oder verschiedene Einstellungen zu klicken, könnten Anwender künftig ihre Fragen einfach in natürlicher Sprache an den KI-Assistenten richten. Die neue Funktion trägt den Namen PC Insights und befindet sich laut aktuellen Berichten noch in der Testphase. Ziel ist es, technische Informationen verständlicher aufzubereiten und typische Hardware- oder Speicherprobleme schneller sichtbar zu machen. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Kritik, denn ausgerechnet Copilot selbst gilt derzeit als vergleichsweise ressourcenhungrig.
Copilot beantwortet Fragen zur PC-Hardware in natürlicher Sprache
Nach Informationen von Windows Latest testet Microsoft derzeit die neue Funktion PC Insights innerhalb von Copilot. Nutzer sollen dadurch Fragen stellen können, ohne technische Menüs oder Diagnoseprogramme öffnen zu müssen. Stattdessen genügt eine einfache Formulierung wie „Habe ich genug Speicherplatz für ein 100-GB-Spiel?“ oder „Warum arbeitet mein Prozessor so stark?“.
Copilot analysiert anschließend die verfügbaren Systeminformationen und liefert eine verständliche Antwort. Damit richtet sich Microsoft vor allem an Anwender, die sich mit Windows-Systemtools nicht gut auskennen und dennoch einen schnellen Überblick über den Zustand ihres Computers erhalten möchten.
Die Funktion ersetzt allerdings keine professionelle Diagnose-Software. Sie soll vielmehr als leicht zugänglicher Assistent dienen, der typische Ursachen für Leistungsprobleme erkennt und entsprechende Hinweise gibt.

Welche Informationen PC Insights auslesen kann
Laut einem von Windows Latest entdeckten Microsoft-Dokument erhält PC Insights Zugriff auf verschiedene Hardware- und Systeminformationen. Dazu gehören unter anderem die aktuelle Auslastung von CPU, Arbeitsspeicher und Grafikkarte sowie der verfügbare Speicherplatz auf internen Laufwerken.
Darüber hinaus kann Copilot offenbar die Größe wichtiger Ordner wie „Downloads“ oder „Dokumente“ analysieren. Dadurch lassen sich schnell große Dateien identifizieren, die unnötig Speicherplatz belegen.
Ebenfalls berücksichtigt werden angeschlossene USB-Geräte, externe Festplatten, Drucker und Webcams. Zusätzlich kann das System den Status von Bluetooth- und WLAN-Verbindungen auswerten. Dadurch entsteht ein deutlich umfassenderes Bild des aktuellen PC-Zustands, ohne dass Nutzer mehrere Programme öffnen müssen.
Microsoft setzt auf Datenschutz und freiwillige Freigaben
Ein wichtiger Punkt der neuen Funktion betrifft den Datenschutz. Nach aktuellem Stand soll PC Insights ausschließlich nach Zustimmung des Nutzers auf Systeminformationen zugreifen. Bei jeder hardwarebezogenen Anfrage fragt Copilot zunächst nach einer Berechtigung. Wer möchte, kann diese Freigabe dauerhaft über die Option „Always allow“ aktivieren.
Microsoft betont außerdem, dass Copilot keine persönlichen Dateien öffnet oder deren Inhalte analysiert. Die KI soll sich ausschließlich auf technische Informationen konzentrieren, die für eine Diagnose notwendig sind.
Derzeit scheint sich die Funktion außerdem darauf zu beschränken, Probleme zu erkennen und mögliche Ursachen zu nennen. Automatische Reparaturen oder tiefgreifende Änderungen am System sind bislang nicht vorgesehen.
Ausgerechnet Copilot verbraucht selbst viele Ressourcen
Genau an diesem Punkt beginnt allerdings die Kritik. Während PC Insights Nutzern helfen soll, Leistungsprobleme aufzuspüren, gilt die aktuelle Copilot-Anwendung selbst nicht gerade als besonders sparsam beim Ressourcenverbrauch.
Windows Latest berichtet, dass die derzeit verfügbare Copilot-App im Leerlauf bis zu einem Gigabyte Arbeitsspeicher belegen kann. Zusätzlich benötigt sie vergleichsweise viel Speicherplatz, da Microsoft eine eigene Version des Edge-Browsers integriert.
Damit entsteht ein gewisser Widerspruch: Eine Anwendung, die Leistungsprobleme erkennen soll, trägt unter Umständen selbst zu einem höheren Ressourcenverbrauch bei. Gerade auf älteren oder leistungsschwächeren Computern könnte dieser Umstand den praktischen Nutzen der neuen Funktion einschränken.

PC Insights könnte Einsteigern den Alltag erleichtern
Trotz der aktuellen Kritik besitzt PC Insights durchaus Potenzial. Viele Windows-Nutzer wissen oft nicht, wo sie nach der Ursache für langsame Programme, fehlenden Speicherplatz oder einer ungewöhnlich hohen Prozessorauslastung suchen müssen. Eine KI, die diese Informationen verständlich zusammenfasst, könnte den Einstieg deutlich erleichtern.
Besonders hilfreich dürfte die Funktion für Nutzer sein, die sich bislang kaum mit dem Task-Manager oder den zahlreichen Windows-Einstellungen beschäftigt haben. Statt technische Werte selbst interpretieren zu müssen, erhalten sie eine direkt formulierte Antwort auf ihre Frage. Das spart Zeit und senkt gleichzeitig die Hemmschwelle, kleinere Probleme selbst zu analysieren.
Ob Microsoft die Funktion später noch um konkrete Lösungsvorschläge oder automatische Optimierungen erweitert, ist derzeit nicht bekannt. Bislang deutet alles darauf hin, dass PC Insights zunächst lediglich Hinweise liefert und keine eigenständigen Reparaturen am System durchführt.
Microsoft baut Copilot kontinuierlich weiter aus
Die geplante Einführung von PC Insights zeigt, dass Microsoft Copilot zunehmend tiefer in Windows integrieren möchte. Während der KI-Assistent bisher vor allem beim Schreiben von Texten, Zusammenfassen von Informationen oder Beantworten allgemeiner Fragen eingesetzt wird, könnte er künftig auch klassische Systemwerkzeuge ergänzen.
Damit verfolgt Microsoft das Ziel, Windows einfacher bedienbar zu machen. Komplexe Diagnosedaten sollen nicht länger ausschließlich erfahrenen Nutzern vorbehalten sein, sondern über natürliche Sprache für jeden verständlich werden. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie zuverlässig die Analysen im Alltag tatsächlich funktionieren.
Auch der Ressourcenverbrauch von Copilot dürfte eine wichtige Rolle spielen. Sollte Microsoft die Anwendung weiter optimieren und den Speicherbedarf deutlich reduzieren, könnte PC Insights wesentlich überzeugender wirken als in seinem aktuellen Entwicklungsstand.
Fazit
Mit Copilot PC Insights arbeitet Microsoft an einer interessanten Erweiterung für Windows, die technische Diagnosen deutlich einfacher machen könnte. Fragen zu Speicherplatz, CPU-Auslastung, Arbeitsspeicher oder angeschlossenen Geräten sollen künftig direkt per KI beantwortet werden. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob Microsoft den vergleichsweise hohen Ressourcenverbrauch von Copilot in den Griff bekommt. Denn ein Diagnosewerkzeug überzeugt langfristig nur dann, wenn es die Leistung des Systems verbessert und nicht selbst zusätzlich belastet.
FAQ
Was ist Copilot PC Insights?
PC Insights ist eine geplante Copilot-Funktion, mit der Nutzer Fragen zum Zustand ihres Windows-PCs in natürlicher Sprache stellen können.
Welche Informationen kann Copilot auslesen?
Die Funktion soll CPU-, RAM- und GPU-Auslastung, freien Speicherplatz, Ordnergrößen sowie Informationen zu USB-Geräten, Druckern, Webcams, Bluetooth und WLAN analysieren.
Hat Copilot Zugriff auf persönliche Dateien?
Nach aktuellem Stand nicht. Microsoft gibt an, dass Copilot keine Dateien öffnet und ausschließlich notwendige Systeminformationen für die Diagnose verwendet.
Ist PC Insights bereits verfügbar?
Nein. Microsoft testet die Funktion derzeit. Ein offizieller Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht bekannt gegeben.







