Amazon könnte einen bedeutenden Strategiewechsel bei seiner Hardware planen. Laut einem aktuellen Bericht arbeitet das Unternehmen daran, künftig eigene Prozessoren für mehrere bekannte Gerätefamilien zu entwickeln. Dazu sollen unter anderem Kindle, Fire TV, Echo-Lautsprecher sowie weitere Smart-Home-Produkte gehören. Offiziell bestätigt ist dieser Schritt bislang nicht, doch Brancheninformationen deuten darauf hin, dass Amazon seine Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten in den kommenden Jahren deutlich reduzieren möchte.
Was ist bei Amazon passiert?
Nach Informationen des Lieferkettenanalysten Ming-Chi Kuo bereitet Amazon seine bislang größte Veränderung im Bereich der Prozessorbeschaffung seit rund zwei Jahrzehnten vor. Dem Bericht zufolge soll der Übergang zu selbst entwickelten Chips im Jahr 2027 beginnen.
Damit würde Amazon einem Weg folgen, den Apple bereits erfolgreich eingeschlagen hat. Statt Standardprozessoren externer Hersteller einzusetzen, könnte das Unternehmen künftig stärker auf maßgeschneiderte Lösungen setzen, die speziell auf die eigenen Produkte abgestimmt sind.
Eine offizielle Stellungnahme zu den konkreten Plänen gibt es derzeit nicht. Der Bericht beschreibt die Informationen ausdrücklich als Erkenntnisse aus der Lieferkette, weshalb Details bis zu einer möglichen Ankündigung offen bleiben.

Welche Geräte sollen betroffen sein?
Den aktuellen Informationen zufolge sollen die neuen Prozessoren in einer Vielzahl von Amazon-Produkten zum Einsatz kommen. Genannt werden unter anderem Kindle, Fire TV, Echo-Lautsprecher, Alexa-Geräte, Blink-Kameras sowie Ring-Türklingeln.
Amazon soll dabei auf ein sogenanntes COT-Modell (Customer-Owned Tooling) setzen. Das Unternehmen würde die Chips selbst entwerfen, während spezialisierte Partner die Fertigung und weitere technische Prozesse übernehmen. Als exklusiver Partner für das Backend-Design und Tests wird laut Bericht Alchip genannt.
Nach Abschluss der Umstellung könnten jährlich rund 40 Millionen selbst entwickelte Prozessoren produziert werden. Diese Zahl stammt aus dem Bericht und wurde bislang nicht offiziell von Amazon bestätigt.
- Geplanter Start: Der Wechsel soll laut Bericht ab 2027 beginnen.
- Betroffene Geräte: Kindle, Fire TV, Echo, Blink und Ring gehören zu den genannten Produktreihen.
- Ziel: Weniger Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten und stärkere Kontrolle über die Hardware.
Warum setzt Amazon auf eigene Prozessoren?
Der Bericht nennt vor allem wirtschaftliche Gründe für diesen Strategiewechsel. Amazon investiert derzeit massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Gleichzeitig soll der freie Cashflow des Unternehmens zuletzt deutlich unter Druck geraten sein.
Eigene Chips könnten langfristig Kosten senken und gleichzeitig eine bessere Abstimmung zwischen Hardware und Software ermöglichen. Gerade bei Geräten mit Alexa oder anderen KI-Funktionen kann eine speziell entwickelte Architektur Vorteile bei Leistung und Energieverbrauch bieten.
Amazon verfügt bereits über Erfahrung bei der Entwicklung eigener Chips. Das Unternehmen stellte in den vergangenen Jahren unter anderem die AZ3- und AZ3-Pro-Prozessoren für ausgewählte Echo-Geräte vor. Zudem entwickelt Amazon mit Trainium eigene KI-Beschleuniger für Rechenzentren.

Welche Folgen hätte der Strategiewechsel?
Ein erfolgreicher Wechsel könnte Amazons Hardware-Ökosystem langfristig stärker von Wettbewerbern unterscheiden. Eigene Prozessoren eröffnen die Möglichkeit, Funktionen speziell für Alexa, Smart Home oder E-Reader zu optimieren und Updates enger mit der Hardware zu verzahnen.
Gleichzeitig dürfte Amazon externe Chipanbieter nicht vollständig ersetzen. Der Bericht weist darauf hin, dass das Unternehmen auch künftig dort auf Drittanbieter setzen könnte, wo dies wirtschaftlich oder technisch sinnvoll erscheint.
Fazit
Die Hinweise auf eigene Amazon-Chips deuten auf einen möglichen Wendepunkt für das Hardwaregeschäft des Unternehmens hin. Noch handelt es sich um einen nicht offiziell bestätigten Bericht, dennoch passt die Entwicklung zur langfristigen Strategie großer Technologiekonzerne, zentrale Schlüsseltechnologien selbst zu kontrollieren. Ob und in welchem Umfang die neuen Prozessoren tatsächlich 2027 erscheinen, dürfte sich erst mit einer offiziellen Ankündigung zeigen.

Häufige Fragen
Plant Amazon eigene Prozessoren?
Laut einem Bericht arbeitet Amazon an eigenen Chips für mehrere Produktfamilien. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Welche Geräte könnten die neuen Chips erhalten?
Genannt werden Kindle, Fire TV, Echo-Geräte, Blink-Kameras sowie Ring-Türklingeln.
Wann könnte die Umstellung beginnen?
Dem Bericht zufolge ist der Start der Umstellung für das Jahr 2027 vorgesehen.
Warum entwickelt Amazon eigene Chips?
Eigene Prozessoren könnten Kosten reduzieren, die Hardware besser auf Amazons Software abstimmen und die Abhängigkeit von externen Zulieferern verringern.
Hervorgehobenes Snippet
Amazon plant laut einem Branchenbericht die Entwicklung eigener Chips für Kindle, Fire TV, Echo und weitere Geräte. Der Wechsel zu selbst entwickelten Prozessoren könnte ab 2027 beginnen und Amazons Hardware-Strategie nachhaltig verändern.
Kommentar der Redaktion
Die Entwicklung eigener Prozessoren wäre für Amazon weit mehr als eine technische Anpassung. Sie würde dem Unternehmen zusätzliche Kontrolle über Leistung, Energieeffizienz und die Integration von KI-Funktionen geben – ähnlich wie es Apple in den vergangenen Jahren erfolgreich vorgemacht hat.
Für Verbraucher könnten sich daraus langfristig leistungsfähigere Geräte mit längerer Software-Unterstützung ergeben. Gleichzeitig dürfte Amazon seine Smart-Home-Produkte enger miteinander vernetzen und neue Funktionen schneller bereitstellen können.
Da die Informationen derzeit auf Lieferkettenberichten basieren, bleibt jedoch Vorsicht angebracht. Erst eine offizielle Ankündigung wird zeigen, welche Produkte tatsächlich umgestellt werden und wie schnell Amazon diesen Strategiewechsel umsetzt.







